20.05.2011 / Düsseldorf - San Francisco

Airline     Air Berlin 
Flugzeugtyp     Airbus A330-200
Registrierung     D-ALPD
Flugnummer     AB7392 
Boarding Time     08:25 Uhr (LT)
Gate     C44 
Startbahn     23L 
Start planmäßig     09:25 Uhr (LT)
Start tatsächlich      
Flugzeit planmäßig     11:20 Stunden 
Flugzeit tatsächlich     10:43 Stunden 
Landung planmäßig     11:45 Uhr (LT) 
Landung tatsächlich      
Landebahn     28L 
Gate     A04 
Sitz     37K 
Auslastung     100% 
zurückgelegte Distanz     9.233 Kilometer 

Nachdem meine Freundin und ich mit einem befreundeten Paar am Vorabend schon nach Düsseldorf angereist waren, ist es natürlich kein Problem heute um 6 Uhr bereits am Flughafen zu sein. Es ist noch nicht viel los. Wir sind so ziemlich die Ersten, die für den Flug nach San Francisco eingecheckt haben.
Da wir im Vorfeld schon einiges über die Sicherheitskontrollen bei Amerika Flügen gehört haben, beschließen wir diese jetzt schon aufzusuchen. Man weiß ja nie, wie lange das dauert.
Nach zehn Minuten ist der ganze Spuk bereits vorbei. Wie? Das war alles?

Bei einem letzten deutschen Frühstück und einem Blick auf unser „Wohnzimmer“ für die nächsten elf Stunden vergeht auch die Zeit bis zum Abflug recht zügig.

Das Boarding beginnt mit ein paar Minuten Verzögerung, da wir noch auf einen Beamten der Bundespolizei warten müssen. Als dieser dann endlich erscheint und sich sogleich am Eingang der Gangway positioniert, kann das Einsteigen beginnen. Wir stehen in der Schlange recht weit vorne, daher kann ich sehen, wie die ersten Passagiere alle ohne nochmals kontrolliert zu werden, im Finger verschwinden. Als ich mein Flugticket vorzeige, wird auch der „Handtaschenkontrolleur“ aktiv. Ich bin der Erste, der von ihm durchsucht wird. Nach einem kurzen Blick in meinen Rucksack und auf meine Kamera lässt er mich glücklicherweise doch noch einsteigen. Ob dass jetzt sinnvoll war oder nicht, sei mal dahin gestellt.
Ich laufe den langen Gang des Airbus entlang zu meinem Platz.
Der erste Blick geht natürlich aus dem Fenster. Hatte ich im Voraus doch etwas Bedenken, einen Sitzplatz direkt über dem Flügel zu haben. Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.

Hinter uns macht sich die D-ALPJ als AB7000 auf den Weg nach Miami, …

… gefolgt von der D-ALPH, die sich als AB7440 nach Puerto Plata verabschiedet.

Jetzt sind wir an der Reihe, wir werden langsam nach hinten geschoben. Der Pilot begrüßt uns und verliert ein paar Sätze über unsere heutige Reiseroute. Diese führt uns heute ziemlich nahe am Nordpol vorbei.
Wir rollen mittlerweile aus eigener Kraft Richtung Startbahn 23L. Das obligatorische Video mit den Sicherheitshinweisen läuft bereits. Wir taxeln am Fernbahnhof vorbei, auf dem allerdings noch keine Spotter auszumachen sind. Unser Start bleibt von außen wohl undokumentiert. Wer knipst schon Air Berlin?
Wir rollen über die Startbahn 23L hinweg, drehen jetzt aber um 180° und rollen von der anderen Seite auf die Bahn auf. Sehr kompliziert!

Die Triebwerke werden lauter. Schwerfällig setzt sich unser, in die Jahre gekommener, Airbus A330-200 in Bewegung.
Langsam aber sicher rumpeln wir dem Bahnende entgegen. Nach langen 42 Sekunden erheben wir uns und steigen in den ziemlich dunstigen Himmel über Düsseldorf.

Puuuh! Das Bahnende war wirklich nicht mehr weit. Die leichtesten sind wir ja heute nicht gerade.
Mit einer Entfernung von ca. 9.000 Kilometern gilt die Strecke nach San Francisco (neben LAX und BKK) als eine der längsten im Air Berlin Streckennetz.

In der „Storage-Ecke“ steht noch immer der ehemalige Airbus A320 der Blue Wings (D-ANNG) herum. Mittlerweile dient er wohl als Ersatzteilspender bei Air Berlin. Ein trauriger Anblick.

Wer hier in Lohhausen wohnt, kann von zu Hause spotten.

Wir sind noch nicht sehr hoch als wir rechts Richtung Norden drehen.

Die Sonne kämpft sich langsam aber sicher durch die zähen Dunstfelder. Ein letzter Blick auf den Rhein lässt etwas Wehmut aufkommen, aber die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub überwiegt natürlich.

Unser Weg führt uns direkt über das Ruhrgebiet hinweg, leider versteckt sich Duisburg unter einer dichten Dunstglocke.

Erst über den Niederlanden wird die Sicht nach unten wieder besser. Unter uns die Ortschaft Goor.

Unser Kurs hat sich nun etwas auf westliche Richtung geändert. Wir fliegen nördlich an Amsterdam vorbei und haben nun direkten Kurs auf die Nordseeküste genommen.

Die Sandbank unter uns befindet sich an der Mündung zwischen dem Ijsselmeer und der Nordsee.

Zwischen Großbritannien und Skandinavien geht es hinaus auf den Atlantik. Meine dreizehnte Atlantiküberquerung steht nun unmittelbar bevor.

Die Wolkendecke unter uns wird immer dichter. Noch nicht schlimm, da wir die nächste Zeit über dem Atlantik verbringen werden. Hoffentlich ist dann über Grönland besseres Wetter.
Momentan sind wir bereits nördlich von Island.

Wir erreichen die größte Insel der Welt. Grönland begrüßt uns bei besser werdendem Wetter.

Auch das ewige Eis lässt nicht lange auf sich warten

Wie bereits erwähnt, ist dies meine dreizehnte Atlantiküberquerung. Leider blieb mir der Grönland-Überflug bisher immer verwehrt.

Immer wieder tauchen große Gebirgszüge unter uns auf.

Atemberaubender Ausblick auf eine Menschenleere Eiswüste, fernab jeglicher Zivilisation.

Der Nordpol ist nicht mehr weit.

Nach 1:27h haben wir die Westküste und somit Grönland überflogen. Die Baffin Bay, ein Nebenmeer des Atlantiks, ist bis auf einzelne Risse komplett zugefroren.

Der Übergang zwischen dem Atlantik und Kanada ist unter der Eisschicht kaum zu erkennen.
Im Territorium Nunavut überfliegen wir eine zugefrorene Bucht, die auf den Namen „Nortwestern Passage“ hört. Der kleine Schatten in der Mitte der Bucht ist die Peter Richards Insel.
Kaum vorstellbar, aber irgendwo da unten liegt das 800-Seelenstädtchen Arctic Bay.

Hier sind wir irgendwo über Victoria Island. Bestimmt sehr eisig da unten.

So langsam kommen wir wieder in „wärmere“ Gefilde. Über Alberta taut das Land so langsam wieder auf.

Aus dem Lautsprecher ertönt mittlerweile schon zum zweiten Mal die Frage nach einem Arzt an Bord. Zwei Flugbegleiterinnen laufen hektisch durch den Gang nach hinten in die vorletzte Reihe. Ich drehe mich um und sehe einen Flugbegleiter der bereits eine Infusion in die Höhe hält, während eine Passagierin, die sich als Krankenschwester outete, über der zu behandelnden Person kniet und „Erste Hilfe“ leistet.
Auch der Pilot ist mittlerweile nach hinten gekommen um sich ein Bild über die Lage zu machen.

Derweil geht das Fluggeschehen weiter.
Kanada, das Land der tausend Seen. Hier nur mal ein paar davon:
Links der Kennedy Lake, in der Mitte ein mir unbekannter See und rechts daneben der Conibear Lake, aber Kanada besteht ja bekanntlich nicht nur aus Seen …

… es gibt auch Flüsse. Unter uns der Little Red River. Er mündet einige hunderte Kilometer nördlich von hier in den Slave River.

Zwischen dem Highway 88, dem sogenannten Bicentennial Highway, und dem Wabasca River taucht mitten im Nirgendwo der Loon River Airport auf. Ein kleiner Flugplatz irgendwo im Nirgendwo.

Highway 43 und Little Smoky River

Sieht interessant aus.

Kanada ist ein Land, dass auf meiner „Da-muss-ich-noch-hin“ Liste mittlerweile ganz oben steht. Unendliche Weiten. Wenn man hier keine Ruhe findet, dann hat man definitiv etwas falsch gemacht.

Die Patientin in der letzten Reihe jammert nun schon seit einer halben Stunde, auch der Pilot ist zwischenzeitlich zum dritten Mal auf Visite vorbei gekommen.
Momentan steht er zwei Reihen vor uns und diskutiert mit dem Flugbegleiter, der vor ein paar Minuten noch die Infusion gehalten hatte, über mögliche Ausweichflughäfen. Wir befinden uns gerade 300 Kilometer westlich von Edmonton, daher steht der dortige Flughafen momentan ganz hoch im Kurs.
Im meinem Hinterkopf fange ich bereits an zu rechnen. Reicht es bei einer Ausweichlandung noch für den Weiterflug nach Las Vegas? Dürfte diese Crew überhaupt von Edmonton nach San Francisco weiterfliegen? Man macht sich eben so seine Gedanken.

Seit knapp sechs Stunden (mal abgesehen von Arctic Bay) überfliegen wir zum ersten mal wieder etwas, dass nach Zivilisation aussieht, auch wenn es nur ein Kohlebergwerk ist, dennoch ist es flächenmäßig beinahe so groß ist, wie die angrenzende Stadt …

… Hinton. Die 10.000 Einwohner-Stadt gilt als Tor zu den …

… Rocky Mountains.

Im Vordergrund der Brule Lake und im Hintergrund der 2.400 Meter hohe Mt. Kepahala.

Im Athabsca River Valley befindet sich das kleine Städchen Jasper. Gegründet wurde Jasper 1813 und zählt heute 4.200 Einwohner. Mit 2.766 mtr. Höhe thront der Pyramid Mountain (im rechten oberen Bildrand) über der Stadt.

Immer wieder ein faszinierender Anblick. Egal über welches Gebirge man gerade fliegt.

Die Grenze zwischen Alberta und British Columbia überfliegen wir am Kinbasket Lake. Der in der Bildmitte zu sehende Dunkirk Mountain schafft knapp die 3.000er Grenze.

Die „Rockies“ erstrecken sich über eine Länge von ca. 5.000 Kilometern von Alaska bis runter nach Mexico. Der höchste Berg der Rocky Mountains ist mit 6.194 Metern der Mount McKinley in Alaska.

So ziemlich eine Stunde ist vergangen seit man das letzte Mal was von unserem Sorgenkind in der letzten Reihe gehört hatte. Immerhin sind wir noch in der Luft. Wie ich auf dem Fernseher sehe, befinden wir uns bereits südlichwestlich von Edmonton. Falls wir jetzt Zwischenlanden müssten, müssten wir das entweder in Calgary, Vancouver oder Seattle tun.
Vielleicht hat sich die Lage aber auch beruhigt? Vielleicht erreichen wir doch noch unser planmäßiges Ziel. Es sieht momentan sehr gut aus.

Die Gegend wird wieder flacher. Die hohen Berge der Rocky Mountains haben wir innerhalb weniger Minuten überflogen. Am südlichen Ende des Shuswap Lakes befindet sich die Stadt Salmon Arm. Zu dieser Jahreszeit wohl eine Touristenhochburg mit vielen Stränden und Erholungsgebieten.

Die kanadisch-amerikanische Grenze überfliegen wir am Mount Baker.

Die erste US-Metropole lässt mit Seattle nicht lange auf sich warten.

Circa 90 Kilometer südöstlich von Seattle gelegen türmt sich der 4.395 Meter hohe Mount Rainer in den Himmel auf. Auch aus einer Flughöhe von 11.500 Metern (38.000 Fuß) erscheint mir der Vulkan noch recht imposant.

Wiederum nur ca. 90 Kilometer vom Mount Rainer entfernt befindet sich der Mount St. Helens. Auf den Tag genau, vor fast 31 Jahren, sorgte der Vulkan mit einem gewaltigen Ausbruch für Schlagzeilen. 57 Menschen kamen dabei ums Leben. Kaum zu glauben wenn man heute auf den schlafenden Riesen hinab schaut.

Den Bundesstaat Washington haben wir in nur 25 Minuten überflogen. Die Sightseeing-Tour durch den Westen der USA geht weiter.
Unter uns markiert der Columbia River und die Stadt Portland die Grenze zwischen Washington (rechts) und Oregon (links).

Die Stadt Yreka ist Verwaltungssitz des Siskiyou County welches sich bereits in Kalifornien befindet.

Unsere Reise geht unaufhaltsam weiter. Unter uns nun das nördliche Ende des Trinity Stausee. Mit einer Länge von ca. 30 Kilometern, ist der Stausee einer der größten Wasserspeicher in Kalifornien.

Unser Landeanflug auf San Francisco hat bereits begonnen. Wir haben unsere Reiseflughöhe von 38.000 Fuß verlassen und nähern uns der Pazifik Küste.
Im Vordergrund der Lake Sonoma, der dort befindliche „Warm Springs“ Staudamm …

Ein erster Vorgeschmack auf den täglichen Nebel in der Region rund um San Francisco (aber dazu später mehr).

Den ganzen Flug über bestes Wetter und nun das …

Wir befinden uns jetzt genau über dem Flughafen und drehen rechts weg.

So schnell wie der Nebel auftauchte, so schnell ist er auch wieder verschwunden.

Wir drehen links in den Endanflug, das ermöglicht uns einen kurzen Blick auf San Jose.
Im Vordergrund, das Moffett Federal Airfield (wird heute noch von der NASA betrieben) und im Hintergrund der Flughafen von San Jose.

Sehr schön diese farblichen Kontraste.

Die San Mateo Bridge kommt in Sicht …

… und schon ist sie überflogen.

Der Anflug verläuft längs entlang der San Francisco Bay.

Der 1927 eröffnete Flughafen befindet sich in einem künstlich aufgeschütteten Bereicht der Bucht.

Runway in Sight. Wir landen auf der linken der beiden Bahnen.

Die Landung ist die beste, die ich bisher erlebt habe und ich habe schon wirkliche viele Landungen auf den verschiedensten Flugzeugtypen hinter mich gebracht. Butterweich setzten wir auf der RWY 28L auf.

Unser Pilot wirft den Anker aus und lässt unseren Airbus mehr oder weniger auf der langen Bahn ausrollen.

Die United landet parallel zu uns auf der rechten Bahn.

Während wir an unser Gate taxeln, erlege ich noch ein paar Neulinge.

Auch altbekanntes ist dabei.

Wir erreichen unser Gate rechst neben diesem Jumbo der Cathay Pacific.
Sieht ja fast aus wie in Frankfurt.

Eine Flugbegleiterin weist uns per Lautsprecherdurchsage darauf hin, dass wir auf unseren Plätzen sitzen bleiben sollen, bis Rettungskräfte die hilfsbedürftige Person von Bord gebracht hätten.
Dies wird brav von allen Passagieren befolgt und wir können keine 5 Minuten später das Flugzeug verlassen.

Die Einreise erfolgt sehr flott und ohne Probleme. Das haben wir uns dann doch etwas strenger vorgestellt.
Als erster Koffer taucht meiner auf dem Gepäckband auf. Das ist ja toll. Nachdem dann auch die restlichen drei Koffer sich endlich blicken lassen, machen wir uns auf den Weg zum Domestic-Terminal.
Etwas verblüfft sind wir, als wir dort ankommen. Check In Schalter mit Personal wie es sie bei uns gibt, sind hier Fehlanzeige. Überall stehen diese „Self-Check-In“-Automaten.
Nicht gerade Kundenfreundlich das Ganze. Nach einer kurzen aber heftigen Meinungsverschiedenheit zwischen diesem Automaten und mir, verabschiedet dieser sich in einen mehrtägigen Streik. Schließlich kommt es wie es kommen mussten, wir werden von menschlichem Personal eingecheckt.
Während das Gepäck unserer beiden Mitreisenden bereits in Düsseldorf bis nach Las Vegas durchgecheckt wurde, müssen meine Freundin und ich unsere Koffer hier in San Francisco neu einchecken… Zum Glück wie sich noch heraus stellen sollte.
Schließlich und Endlich halten wir dann doch unsere Flugtickets nach Las Vegas in der Hand.